Expertenchat: "Früherkennungsuntersuchungen für Kinder"
Vorsorge beginnt im Mutterleib.
Am Dienstag, 16. März 2010, beantwortet Prof. Dr. med. Karim D. Kalache von 20:00 bis 21:30 Uhr online Fragen im Expertenchat der BERGISCHEN. Thema diesmal: „Früherkennungsuntersuchungen für eine gesunde Kindesentwicklung“. Das Angebot ist für alle Interessenten offen.
Vorsorge beginnt im Mutterleib. Und obwohl sich jedes Kind unterschiedlich schnell entwickelt, sollten Abweichungen von der Norm ernst genommen werden. Früherkennungsuntersuchungen tragen dazu bei, die Gesundheit des Kindes vom Embryo bis ins Grundschulalter zu fördern und Signale rechtzeitig zu erkennen. Welche Untersuchungen es gibt, wie sie aufgebaut sind, in welchem Zeitfenster sie jeweils möglich sind und was es für Hinweise auf eventuelle Schwierigkeiten geben kann, erläutert Prof. Dr. med. Karim D. Kalache im nächsten Expertenchat der BERGISCHEN am Dienstag, 16. März, von 20:00 bis 21:30 Uhr.
Kalache ist stellvertretender Direktor der Kliniken für Geburtsmedizin der Charité Berlin und hat mehr als 20 Jahre Erfahrung bei Vorsorgeuntersuchungen und Ultraschall. Im Online-Chat steht er den persönlichen Fragen der Nutzer zur Verfügung.
Das Chat-Angebot mit unserem Experten ist anonym, kostenlos und vertraulich. Um mitzuchatten (oder einfach mitzulesen), müssen sich Interessenten weder registrieren noch technische Vorkehrungen treffen. Sie erreichen den Chat über das Online-Portal der BERGISCHEN: www.bergische.portal-gesundheitonline.de.
Überraschung für Schlaganfall-Forscher
Alle zwei Minuten erleidet in Deutschland ein Mensch einen Schlaganfall.
Die Ursache ist meistens eine Verstopfung der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen. Wer einen Schlaganfall überlebt, kann schwere Behinderungen davontragen, Sprachstörungen oder Lähmungen etwa. Grund: Das Gehirn ist geschädigt, weil es zu lange zu schlecht mit Blut versorgt war.
Verstopft werden die Blutgefäße in der Regel von verklumptem Blut. Diese Pfropfen aufzulösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, ist bei der Behandlung und Vorbeugung von Schlaganfällen oberstes Ziel.
Die Suche nach neuen, besseren Therapien setzt also dort an, wo die Ursache der Erkrankung liegt: bei der Blutgerinnung, die zur Bildung der Pfropfen führt. Umso erstaunter waren Würzburger Wissenschaftler, als sie an anderer Stelle fündig wurden - auch die T-Zellen des Immunsystems spielen beim Schlaganfall eine Rolle. Eigentlich sind diese Zellen für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig.
T-Zellen mit schädigender Wirkung
Was die Forscher genau entdeckt haben? Mäuse, denen wegen eines genetischen Defekts T-Zellen fehlen, bekommen kleinere Schlaganfälle als normale Artgenossen. Außerdem entwickeln sie nach dem Schlaganfall weniger neurologische Ausfallerscheinungen wie zum Beispiel Lähmungen. T-Zellen haben also einen negativen Effekt auf den Verlauf von Schlaganfällen. Das haben die Arbeitsgruppen von Guido Stoll, Christoph Kleinschnitz und Heinz Wiendl von der Neurologischen Universitätsklinik zusammen mit Bernhard Nieswandt vom Rudolf-Virchow-Zentrum für experimentelle Biomedizin nachgewiesen.
"Dass T-Zellen bei akuten Schlaganfällen eine derart schädigende Wirkung ausüben, kam für uns völlig überraschend", berichtet Christoph Kleinschnitz. Die Schadwirkung gehe auf zwei Untergruppen der Immunzellen zurück, auf die so genannten CD4- und CD8-positiven T-Helferzellen.
Wie aber verstärken die T-Zellen einen Schlaganfall? Zwei mögliche Mechanismen konnten die Würzburger Wissenschaftler in ihren Experimenten ausschließen. Zum einen fördern die T-Zellen nicht die Verklumpung der Blutplättchen untereinander, also auch nicht die Bildung von Blutpfropfen. "Zum anderen befeuern sie den Vorgang auch nicht in Form einer spezifischen Immunreaktion", so der Neuroimmunologe Heinz Wiendl. Weitere Forschungen sollen nun klären, wie die T-Zellen ihre schädigende Wirkung ausüben.
Neue Ansätze für die Therapie denkbar
Die Würzburger Forscher hoffen, dass ihre Arbeiten die Schlaganfall-Therapie beim Menschen verbessern helfen. Falls die Befunde auf den Menschen übertragbar sind, könnten sich neue Ansätze durch eine gezielte Beeinflussung der T-Zellen ergeben. Denkbar ist es zum Beispiel, in der Frühphase eines Schlaganfalls die schädliche Fraktion der T-Zellen vorübergehend auszuschalten und so die Ausfallerscheinungen zu lindern. "Bis es soweit ist, sind aber noch weitere Untersuchungen notwendig", sagt der Neurologe Guido Stoll.
Ergebnisse in zwei Sonderforschungsbereichen entstanden
Diese Forschungsergebnisse sind in den Würzburger Sonderforschungsbereichen 688 und 581 erarbeitet worden. Beide werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert. Veröffentlicht wurden die Resultate am 9. März 2010 in der Online-Ausgabe von Blood, dem Journal der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie.
Christoph Kleinschnitz, Nicholas Schwab, Peter Kraft, Ina Hagedorn, Angela Dreykluft, Tobias Schwarz, Madeleine Austinat, Bernhard Nieswandt, Heinz Wiendl, and Guido Stoll: "Early detrimental T cell effects in experimental cerebral ischemia are neither related to adaptive immunity nor thrombus formation." Blood First Edition Paper, online vorab veröffentlicht am 9. März 2010, DOI 10.1182/blood-2009-10-249078
Schilddrüsenüberfunktion erkennen
Bei psychischen Beschwerden auch an die Schilddrüse denken
Die Beschwerden bei einer Schilddrüsenüberfunktion ähneln häufig denen einer psychischen Erkrankung. Nervosität, Aggressivität und Stimmungsschwankungen sind mögliche Anzeichen einer Überfunktion der Schilddrüse. Darauf weisen deutsche Psychiater und Neurologen in einer Mitteilung hin.
Auch Schlafstörungen und verstärktes Schwitzen hängen demnach nicht selten mit einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen zusammen. Daher ist es wichtig, bei psychischen Problemen auch an eine organische Ursache zu denken.
Mit Medikamenten im Griff
Eine Schilddrüsenüberfunktion wird über eine Blutuntersuchung nachgewiesen und ist meist gut mit Medikamenten zu behandeln. Körperliche Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind Herzrhythmusstörungen, ein beengendes Gefühl in der Herzgegend, eine leicht erhöhte Körpertemperatur und Überempfindlichkeit gegenüber Wärme.
Die zu hohe Konzentration von Schilddrüsenhormonen wirkt sich auf unterschiedliche Körperfunktionen aus. Die Symptome sind vielfältig und häufig unspezifisch. Auch Muskelkrämpfe, Zittern, Durchfall, Zyklusstörungen sowie Gewichtsverlust trotz starkem Hungergefühl kann eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen.
Schäden an Herz und Knochen drohen
Auch wenn diese Beschwerden dauerhaft einzeln oder in Kombination auftreten, sollte man an eine Fehlregulation der Schilddrüse denken. Bei einer Überfunktion, die auf einer Autoimmunreaktion beruht, kann es darüber hinaus zum Hervortreten der Augäpfel (Morbus Basedow) oder seltener zu einer Schwellung des Schienbeins kommen.
Unbehandelt droht eine Schilddrüsenüberfunktion das Herz zu schädigen oder Knochenschwund zu verursachen. Daher ist es wichtig, dass die Fehlregulation der Schilddrüse rechtzeitig diagnostiziert und richtig behandelt wird.
