Jung, krank und auf der Suche nach dem richtigen Job
Ein Ratgeber der Deutschen Rheuma-Liga hilft weiter
"Vertraue auf deine Stärken, tausche dich aus und informiere dich über viele Berufswege und Fördermöglichkeiten", so lauten die Erfahrungen junger Leute, die trotz Rheuma ihren Traumberuf doch noch gefunden haben. Ein Schwerbehindertenausweis hat durchaus Vorteile, zum Beispiel wenn Stellen explizit für behinderte Mitarbeiter bereit gehalten werden. Manchmal aber kann es auch ratsam sein, die rheumatische Erkrankung bei der Bewerbung außen vor zu lassen. "Im Vorstellungsgespräch muss die Erkrankung nur dann angegeben werden, wenn sie die Ausübung der beruflichen Tätigkeit beeinträchtigt", informiert Rechtsanwältin Meike Schoeler.
Wenn der Arbeitsalltag die Kräfte überfordert oder die rheumatische Erkrankung sich verschlechtert, sollte man über Möglichkeiten der Teilzeitarbeit oder eine Reha nachdenken. Auch Umschulungen können eine neue Perspektive schaffen.
Mit dem neuen Ratgeber „Jobs und mehr – finde deinen eigenen Weg“ informiert die Deutsche Rheuma-Liga junge, an einer rheumatischen Erkrankung leidende Menschen, über Ausbildung, Berufswahl, Reha-Leistungen und Erwerbsminderungsrente. Die 40-seitige Broschüre enthält zahlreiche Tipps von Experten und Betroffenen. Sie kann bei den Verbänden der Rheuma-Liga gegen 1,45 € für Rückporto bestellt werden.
Weitere Informationen und Ansprechpartner gibt es im Internetportal für junge Leute mit Rheuma:
http://geton.rheuma-liga.de
Bestelladresse für die Broschüre:
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn (bitte 1,45 € Rücksendeporto beilegen), Fax: 0228-7660620, E-Mail:
bv@rheuma-liga.de oder per Info-Telefon: 01804-600 000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, bei Mobiltelefon max. 42 Cent).

Gestern Dioxin und EHEC, heute Antibiotika - und morgen?
Das BfR feiert sein 10-jähriges Jubiläum unter dem Motto Krisen vermeiden, bevor sie entstehen
Sind mit dem Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion gesundheitliche Risiken verbunden? Wie sicher sind Lebensmittel in Deutschland? Welche Ereignisse stellen aus wissenschaftlicher Sicht ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher dar? Mit welchen Krisen müssen wir in Zukunft rechnen? Zehn Jahre nach Gründung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zieht BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel eine positive Bilanz. „LebensÂmittel in Deutschland sind sicher, dennoch müssen wir stets auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet sein. Unser Ziel ist es, Krisen zu vermeiden, bevor sie entstehen." Mit seiner wissenschaftsbasierten Risikobewertung gibt das BfR wichtige Impulse für den gesundheitlichen Verbraucherschutz innerhalb und außerhalb Deutschlands.
Allein im vergangenen Jahr haben zahlreiche Ereignisse die Schlagzeilen beherrscht. In der ersten Hälfte des Jahres 2011 erregten erhöhte Dioxin-Gehalte bei Eiern und Fleisch die Gemüter. Der EHEC-Ausbruch von Mai bis Juli 2011 hatte über 50 Todesfälle zur Folge und war der größte lebensmittelbedingte bakterielle Ausbruch, den es seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gegeben hat. In der zweiten Jahreshälfte 2011 wurde die Diskussion über die Auswirkungen des Antibiotika-Einsatzes in der Tierproduktion, unter anderem durch eine neue Studie im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums, wieder entfacht.
Lebensmittelsicherheit ist das Ergebnis einer Vielzahl von Analysen und gezielten Untersuchungen entlang der Nahrungsmittelkette vom Erzeuger bis auf den Teller des Verbrauchers. Neben den vom Risikomanagement eingeführten hohen Standards der Lebensmittelsicherheit ist die wissenschaftliche Risikobewertung von zentraler Bedeutung, um die Sicherheit unserer Lebensmittel zu gewährleisten und weiter zu verbessern. Die größten, vielfach aber unterschätzten Risiken, gehen von Mikroorganismen aus.
Wichtigste Aufgabe des Instituts ist es, mögliche Risiken in Lebensmitteln, Futtermitteln, Stoffen und Produkten frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, um sie schnell und nachhaltig zu verringern. Das BfR hat weiterhin den gesetzlichen Auftrag, die Öffentlichkeit über mögliche, identifizierte und bewertete Risiken zu informieren, die Lebensmittel, Stoffe und Produkte für den Verbraucher bergen können.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist auf der Internationalen Grünen Woche vom 20. bis 29. Januar 2012 am Stand 101 in der Halle 3.2 (Erlebnisbauernhof) der Messe Berlin zu finden.
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Stresshormon wirkt deutlich schneller als erwartet
Psychobiologen der Universität Trier entdecken Wirkung von Kortisol auf Thalamus
Stress könnte sich beim Menschen weitaus umfassender auf die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung auswirken als bisher angenommen. Forschern am Fachbereich I der Universität Trier unter der Federführung des Psychobiologen Prof. Dr. Hartmut Schächinger ist in Zusammenarbeit mit dem Brüderkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus gelungen. Damit würde Kortisol beim Menschen die thalamische Informationsverarbeitung von Stressereignissen nahezu unmittelbar beeinflussen und nicht - wie bisher angenommen - frühestens nach 20 Minuten.
Forschern am Fachbereich I der Universität Trier gelingt in Zusammenarbeit mit dem Brüderkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus. Diese Gehirnstruktur ist für viele kognitive Prozesse äußerst wichtig, u.a. für die Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung. Dieser Befund wurde in der neuesten Ausgabe des renommierten „Journal of Neuroscience“ publiziert. Erstautor dieser Publikation ist ein Doktorand des DFG-geförderten Internationalen Graduiertenkollegs „Psychoneuroendokrinologie des Stresses“.
Stress ist ein psychobiologisches Phänomen. Während Stress kommt es zu physiologischen und kognitiven Reaktionen. Mit diesen soll eine aus phylogenetischer Perspektive vorteilhafte Anpassung des Individuums an das Stress auslösende Ereignis begünstigt werden. Zwar wird im Rahmen einer Stressreaktion Kortisol schon innerhalb von Minuten in den Blutkreislauf freigesetzt. Bisher wurde jedoch vermutet, dass Kortisol nur relativ langsam im Gehirn wirken kann. Grund für diese Vermutung liefern Untersuchungen, die belegen, dass die durch Kortisol ausgelösten molekularbiologischen Prozesse frühestens nach 20 Minuten zu spezifischen Funktionsänderungen der Zellen führen können. Damit wäre ein Einfluss des Stresshormons Kortisol auf die unmittelbare kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausgeschlossen.
Mit dem jetzt publizierten interdisziplinären Forschungsprojekt konnte jedoch in mehreren unabhängigen Experimenten gezeigt werden, dass Kortisol innerhalb weniger Minuten Funktionsänderungen im Thalamus hervorruft. Der Thalamus ist eine sehr wichtige Gehirnstruktur, die bei der Verarbeitung fast aller Wahrnehmungen eine Rolle spielt. Zudem ist der Thalamus an der Regulation von Wachheit und Aufmerksamkeit beteiligt. Die Forschungsergebnisse zeigen daher, dass das im Rahmen einer Stresssituation ausgeschüttete Hormon Kortisol sehr wohl einen Einfluss auf die kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausüben könnte.
Orginalpublikation:
F Strelzyk, M Hermes, E Naumann, M Oitzl, C Walter, HP Busch, S Richter, and H Schächinger: Tune It Down to Live It Up? Rapid, Nongenomic Effects of Cortisol on the Human Brain. Journal of Neuroscience 2012; 32: 616–625.


