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13.07.10

Ambrosia aus dem Garten entfernen


Allergieauslöser Ambrosia muss vor der Blüte weg


Ende Juli legt es wieder los: das hochallergene Traubenkraut, auch Ambrosia genannt, beginnt zu blühen. Dann drohen bis in den Spätherbst Allergien und Asthma mit Hüsteln, Röcheln und Atemnot. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne.

Pollen dringen tief in die Lunge

"Die Pollen des Traubenkrauts gehören zu den heftigsten Allergieauslösern, die wir kennen", sagt Prof. Dieter Köhler von der DGP. "Eine Pflanze allein kann bis zu einer Milliarde Pollen ausstoßen, die sehr klein sind und daher nach dem Einatmen bis tief in die Bronchien vordringen." Bereits zehn solcher Pollenkörner in einem Kubikmeter Luft reichen nach Angaben des Lungenarztes aus, um bei Allergikern eine Heuschnupfenattacke auszulösen. Zudem rufe die Pflanze häufig auch schwere allergische Reaktionen wie Asthma bronchiale hervor, was ihr in Australien den Namen Asthma-Pflanze eingebracht hat. Etwa 80 Prozent aller Patienten mit Pollenallergie reagieren bereits auf Ambrosia. Auch ihr Potenzial, bei bislang gesunden Menschen Allergien auszulösen, ist besonders groß.

Mit dem Wind durch ganz Europa

Das Traubenkraut stammt ursprünglich aus Nordamerika, wurde vermutlich über verunreinigtes Vogelfutter eingeschleppt und hat sich nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mittlerweile in ganz Deutschland festgesetzt. Die Pollen können sich mit dem Wind über Strecken von bis zu 100 km ausbreiten und gelangen so auch aus den Gebieten mit den größten Ambrosiavorkommen innerhalb Europas zu uns. Das sind das Rhônetal und das Gebiet rund um Lyon in Frankreich sowie Ungarn bis hin zur Ukraine.

Körperkontakt meiden

Hausbesitzer und Gärtner sollten ihren Garten regelmäßig auf Ambrosiapflanzen kontrollieren und sie möglichst noch vor der Blütezeit entfernen. "Dabei ist es am effektivsten, sie mitsamt der Wurzel auszureißen, um ihre Verbreitung zu verhindern. Einmaliges abschneiden oder abmähen bringt natürlich nichts", sagt Köhler. Die ausgerissenen Pflanzen gehören in einem geschlossenen Beutel zum Restmüll, keinesfalls aber auf den Komposthaufen oder in die Biotonne, wo sich die Samen weiter ausbreiten.

Die Lungenärzte raten, beim Beseitigen Körperkontakt zu vermeiden sowie Handschuhe und einen Mundschutz zu tragen. Damit nicht nach dem Entfernen der Pflanzen noch weitere Samen keimen, ist es sinnvoll, bisherige Ambrosiafundstellen sowie Stellen, an denen im Winter Vogelfutter ausgebracht wurde, im Auge zu behalten. Auch wer die Pflanze auf öffentlichen Flächen entdeckt, sollte das jeweils zuständige Umweltamt informieren.

 

Haben Sie derartige Probleme mit den Atemwegen? Öffnet externen Link in neuem FensterHIER finden Sie einen Pneumologen in Ihrer Nähe! (Pneumologie, Lungenheilkunde, Asthma)




Quelle: apotheken.de / Stefanie Grutsch, 09.07.2010