Patienten mit einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung haben ein doppelt so hohes Risiko für Herzinfarkte wie Gesunde. Das ist vergleichbar mit dem Risiko von Diabetikern. Zusätzliche, klassische Risikofaktoren für Herzkrankheiten sollten daher unbedingt vermieden werden, rät der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling mit Verweis auf die Empfehlungen der europäischen Rheumaliga EULAR.
Gefährliche Gefäßveränderungen
Das Herz-Kreislauf-Risiko bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis sei schon zu Beginn der Krankheit erhöht. "Das lässt sich an Gefäßveränderungen belegen, die bei den Betroffenen besonders früh auftreten", sagt Prof. Klaus Krüger vom BDRh. "Es ist daher wichtig, die Krankheitsaktivität so weit wie möglich mithilfe von geeigneten Medikamenten zu verringern und die traditionellen Risikofaktoren – wie erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht – mindestens einmal pro Jahr vom Arzt überprüfen zu lassen." Der Rheumatologe rät Patienten außerdem, mit dem Rauchen aufzuhören, da es das Risiko eines Herzinfarkts weiter erhöht. Das betrifft keinesfalls nur ältere Patienten, denn Rheumatoide Arthritis ist eine Krankheit, an der schon Kinder erkranken können. Dabei wendet sich das körpereigene Immunsystem gegen die Gelenke und führt dort zu Entzündungen.
Rheumatiker besonders gefährdet
Diabetiker etwa, die Rauchen und Bluthochdruck leiden, erleiden zehnmal häufiger einen Herzinfarkt als Menschen ohne Risikofaktoren. "Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, steigt diese Zahl zum Beispiel bei erhöhten Blutfettwerten auf das 40-Fache an und bei zusätzlichem Übergewicht auf das 60-Fache", macht Krüger deutlich. Für Rheumatiker sei die Lage sogar noch ernster: "Bei Rheumatoider Arthritis müssen wir diese Werte aufgrund der chronisch ablaufenden, entzündlichen Prozesse allerdings zusätzlich noch einmal mit dem Faktor 1,5 multiplizieren – insbesondere wenn die Krankheit bereits seit zehn oder mehr Jahre andauert."
Wenn Sie einen Rheumatologen in Ihrer Umgebung suchen, finden Sie ihn sicherlich auf der
Deutschen Medizinerauskunft! (Rheuma, Rheumatologie, Arthritis, Rheumatoide Arthritis)
Quelle: apotheken.de / Stefanie Grutsch, 12.07.2010