Patienten, die ihren Blutdruck zu Hause überwachen und ihre Medikamentendosis nach zuvor vereinbarten Regeln anpassen, können deutlichere Blutdrucksenkungen erreichen als herkömmlich therapierte Patienten. Das zeigt die so genannte TASMINH2-Studie der Universität von Birmingham.
Automatische Übertragung der Werte
Die aktuelle Studie sei die erste, die Fernüberwachung der Therapie und eigenverantwortliche Einstellung der Medikamentendosis im Zusammenhang untersucht, erklären die Autoren um Studienleiter Richard McManus. Er und sein Team gaben 263 Patienten mit Bluthochdruck zwei Schulungen, in denen sie lernten, ihre Medikamentendosis selbst zu regulieren. Dafür sollten sie ein automatisches Blutdruckmessgerät anwenden und die aufgezeichneten Blutdruckwerte an das Forscherteam senden. Das geschah mittels eines Modems, das mit dem Blutdruckmessgerät verbunden war.
Blutdrucksenkung erfolgreicher als herkömmlich
Die Patienten maßen ihren Blutdruck jeden Morgen und stuften ihre Ergebnisse in ein Ampel-System ein: Grün für "unter dem Zielwert, aber über der Sicherheitsgrenze", Gelb für "über dem Zielwert, aber innerhalb der Sicherheitsgrenzen" und Rot für "außerhalb der Sicherheitsgrenzen". Anhand dessen stimmten sie gemeinsam mit dem Hausarzt ab, wie die Medikamentendosis angepasst wird.
Die 264 Studienteilnehmer in der Kontrollgruppe ließen ihre Blutdruckwerte immer vom Hausarzt untersuchen, der auch die Therapie allein bestimmte. Nach 6 Monaten sank der systolische Blutdruck in der selbstüberwachten Gruppe um 3,7 Millimeter Hg mehr als in der Kontrollgruppe. Nach 12 Monaten waren es dann 5,4 Millimeter Hg mehr. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen im gleichen Maße zu beobachten, nur dass die Teilnehmer der selbstüberwachte Gruppe häufiger an geschwollenen Beinen litten.
Nicht für alle Patienten geeignet
"Die eigenständige Behandlung des Bluthochdrucks brachte im Vergleich zur herkömmlichen Fürsorge eine deutliche und lohnenswerte Verringerung des Blutdrucks, auch noch nach 6 und 12 Monaten", sagt Mc Manus zum Ergebnis. Er glaubt deshalb, dass die eigenständige Behandlung eine wichtige neue Ergänzung in der Behandlung sei. Zwar sei sie nicht für alle Patienten geeignet, doch selbst wenn nur 20 Prozent der Personen mit Bluthochdruck ihre gesundheitliche Störung eigenständig behandeln, wäre das ein Fortschritt.
Suchen Sie einen Arzt in Ihrer Nähe, der sich in Sachen Blutdruck auskennt? Finden Sie ihn bei
UNS! (Blutdruck, Bluthochdruck, Hypertonie)
Quelle: apotheken.de / Stefanie Grutsch, 13.07.2010