Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – ab 2011 soll der ärztliche Bereitschaftsdienst deutschlandweit über eine einheitliche Rufnummer zu erreichen sein: der 116 117.
Die KV Brandenburg war dafür der Ideengeber und Initiator. "Wir sind unheimlich stolz, dass es innerhalb von nur rund fünf Jahren gelungen ist, für dieses Projekt aus Brüssel für die gesamte EU und der Bundesnetzagentur in Deutschland als KV-System den Zuschlag für dieses beispielgebende Serviceangebot zu erhalten", erklärte der Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. med. Hans-Joachim Helming.
Rund 250.000 Mal pro Jahr in Brandenburg, bundesweit etwa acht Millionen Mal wird der ärztliche Bereitschaftsdienst an Abenden, in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen kontaktiert. Zurzeit geschieht dies in Brandenburg über eine 14stellige Rufnummer, und die Anrufe sind kostenpflichtig.
"Mit der 116 117 erreichen die Menschen den Bereitschaftsarzt dann kostenfrei sowohl aus dem Fest- als auch dem Mobilfunknetz", so Dr. Helming. 2007 haben die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dieses Projekt bei der EU eingereicht, im November 2009 gab es dann "grünes Licht" aus Brüssel.
Dr. Helming: "Jetzt arbeiten wir intensiv an der technischen Umsetzung. Von Januar bis Mai dieses Jahres erfolgte im Land Brandenburg der "Probelauf." Davon hätten die Bürger aber nichts gemerkt. "Es ging darum, festzustellen, inwieweit die bisherigen technischen Strukturen für und mit der neuen Rufnummer genutzt werden können, oder ob es zusätzlicher Maßnahmen bedarf", erläuterte der KV-Vorsitzende.
Dabei habe sich gezeigt, dass eine reine technische Lösung nicht möglich sei, sondern punktuell Call-Center die Vermittlungsfunktion wahrnehmen müssten. Abschließend sei dies aber noch nicht geklärt. Die kommenden Monate bedürften noch intensiver Kleinarbeit, um mit den Telefon- und Mobilfunkanbietern entsprechende Verträge zu schließen.
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, 13.07.2010