Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das mittels Röntgenstrahlen Schnittbilder des Körpers liefert. Dabei wird der Körper von einer rotierenden Röntgenröhre gebündelt durchstrahlt. Aus der Differenz der ausgesendeten und von Detektoren auf der gegenüberliegenden Seite im Gerät wieder aufgefangenen Strahlen wird das Bild errechnet. Der Computer kann sowohl Schichtaufnahmen als auch dreidimensionale Bilder liefern. Da häufig eine große Anzahl von Aufnahmen gemacht wird, dauert die Bildberechnung etwas länger. Die Aufnahme einer Einzelschicht an sich dauert allerdings weniger als eine Sekunde.
Häufig angewendet wird dieses Diagnoseverfahren als Kopf-CT bei Verdacht auf Blutungen, nach Schlaganfällen, Tumoren und Gefäßveränderungen. Eine Brust- und Bauchraum-CT gibt Aufschluss über Veränderungen der inneren Organe, wobei es noch eine separate Herz-CT gibt, die Ablagerungen und Veränderungen in den Herzkranzgefäßen (bei Arteriosklerose) erkennt. Eiter- und Flüssigkeitsansammlungen werden in einer Ganzkörper-CT untersucht. Skelettaufnahmen werden bei Osteoporose, Knochenbrüchen und Bandscheibenschäden durchgeführt. Auf Grund der Strahlenbelastung dürfen Schwangere nicht zur Computertomographie.
Eingeführt wurde die CT 1972 von Hounsfield und Cormack. Sie basiert auf einem 1917 von Johann Radon entwickelten Verfahren.
Eine weiterentwickelte Form ist die Spiral-CT, wobei sich die Röhre über die ganze Dauer der Aufnahmen hinweg spiralförmig um den Patienten dreht. Dabei werden bis zu acht Schichtaufnahmen gleichzeitig gemacht, wodurch später größere Körperabschnitte fortlaufend und in 3D-Optik dargestellt werden können.
Das Kontrastmittel
Vor der eigentlichen Untersuchung wird meist ein Kontrastmittel verabreicht. Bei CT des Magen- und Darmbereiches wird das Mittel (ca. 1 Liter) etwa eine Stunde vorher getrunken, damit es Zeit hat, sich im Darm zu verteilen. Bei Beckenbereichaufnahmen dauert dies bis zu zwei Stunden. Wird der Dickdarm untersucht, kann das Kontrastmittel auch rektal verabreicht werden. Über die Blutbahn verabreicht (intravenös) macht es stark durchblutetes Gewebe, wie etwa Entzündungen oder Tumore, besser sichtbar. Allergien auf das Kontrastmittel treten nur sehr selten auf; ausgeschieden wird es über Nieren oder Darm.
Es darf nicht verabreicht werden bei Schilddrüsenüberfunktion, Nierenfunktionsstörungen, früher aufgetretener Kontrastmittelunverträglichkeit, bestimmten Knochenmarkserkrankungen und bei Einnahme bestimmter Medikamente bei Zuckerkrankheit.
Liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf dem Skelett oder bestimmten Knochenregionen, kann auf Kontrastmittel verzichtet werden.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Der Computertomograph besteht nicht aus einer Röhre (wie der Magnetresonanztomograph), sondern aus einer etwa 50 cm dicken Scheibe (Gantry), durch deren Öffnung in der Mitte der Patient, meist auf dem Rücken liegend, geschoben wird. So ist auch die Gefahr der Platzangst verringert. Sollte sie trotzdem auftreten, kann ein Beruhigungsmittel gespritzt werden. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.
Beim eigentlichen Scan-Vorgang (dem Sammeln der Bilder) sollten die Atemanweisungen des Personals beachtet werden. Da sich durch die Atmung die Lage der inneren Organe verschiebt, muss der Patient für etwa 15-25 Sekunden die Luft anhalten, wobei die Liege, auf der er sich befindet, durch die Gantry geschoben wird. Auch sonstige Bewegungen sollten natürlich vermieden werden. Damit das Herz nicht "rast", dürfen vor der Untersuchung kein Koffein oder Medikamente, die die Herzfrequenz erhöhen, eingenommen werden.
Die Dauer der Untersuchung hängt von der Anzahl der Aufnahmen und den Vorbereitungen ab. Bei oral eingenommenen Kontrastmitteln ist von vornherein eine Wartezeit von ein bis zwei Stunden gegeben, je nachdem, welcher Bereich untersucht wird. Die Platzierung des Patienten im Gerät, das Legen der Braunüle für die intravenöse Kontrastmittelgabe, das Einweisungsgespräch und die Aufnahmen dauern etwa 15-30 Minuten. Will man die Bilder mitnehmen oder direkt mit dem Arzt ein Gespräch führen, dauert es noch einmal 15-30 Minuten, bis die Bilder im Gerät berechnet und ausgewertet sind.
Vorteile der Computertomographie
Bei der CT entstehen hochauflösende Röntgenschnittbilder, die eine genaue Darstellung der Organe und des Skelettsystems liefern. Zwar ist die Strahlenbelastung höher als bei einem normalen Röntgenbild, aber dennoch niedriger als bei den meisten anderen Durchleuchtungsmethoden.
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 27. März 2009