
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mittels magnetischer Felder und Radiowellen Schichtaufnahmen körperinnerer Strukturen liefert. Dabei treffen die Wellen auf Wasserstoffatome im Inneren des Körpers und werden im Gerät in plastische Bilder umgewandelt. Das erzeugte Magnetfeld ist 10.000 - 30.000 mal stärker als das der Erde.
Dieses Verfahren ist für alle Körperregionen geeignet, insbesondere für Gefäßdiagnostik, Darstellung innerer Organe, Gelenke und Prostata. Auch in der Gehirndiagnostik ist die MRT das führende Diagnoseverfahren. Ebenso können Aussagen über Aktivität und Leistung des Herzmuskels getroffen werden. Bei Einsatz von Kontrastmitteln ist auch Tumordiagnostik möglich. Da die MRT völlig strahlenfrei ist, treten keine Nebenwirkungen auf.
Das technische Prinzip der MRT wurde 1946 von Bloch und Purcell entdeckt. Weiterentwickelt wurde es im Jahr 1973 von Lauterbur und Mansfield, die sich mit der Bilderzeugung befassten. Praktisch verfügbar ist die MRT seit 1984.
Da der Begriff "Kernspintomographie" häufig fälschlicherweise mit Atomkraft assoziiert wird, hat sich der Begriff "Magnetresonanztomographie" (MRT), im Englischen "Magnetic Resonance Imaging" (MRI), durchgesetzt.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Vor der Untersuchung, die in der Regel ambulant durchgeführt wird, müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden. Uhren, elektronische Gegenstände, Chipkarten sowie Karten mit Magnetstreifen sollten außer Reichweite sein, da diese durch das starke Magnetfeld unbrauchbar gemacht würden. Ebenso sollte der Arzt über künstliche Gelenke, Schrauben oder sonstige, chirurgische Implantate informiert werden. Patienten mit Herzschrittmachern oder anderen elektrischen Pumpen dürfen nicht - oder nur sehr selten und unter strenger Überwachung - in den Tomographen. Ebenso kann es Probleme mit Tätowierungen und Piercings geben. Piercingschmuck muss herausgenommen werden, bei Tätowierungen gestaltet es sich nicht so einfach: Da einige Farben Metallpartikel enthalten, kann es zu Erwärmungen bis hin zu leichten Verbrennungen kommen.
In dem Gerät befindet sich eine Liege, auf die sich der Patient legt. Zum Schutz vor den lauten Klopfgeräuschen, die durch das An- und Ausschalten der Magnetspulen im Inneren entstehen, bekommt er Schallschutzkopfhörer. Falls Panik auftritt, gibt es eine Klingel, die betätigt werden kann. Bei Platzangst wird häufig ein Beruhigungsmittel gespritzt.
Um hochwertige Bilder zu bekommen, muss der Patient in der 70 - 100 cm langen Röhre völlig ruhig liegen und atmen. Paramagnetische (magnetfeldverstärkende) Kontrastmittel verbessern in einigen Bereichen zusätzlich die Bildqualität. Die Untersuchung dauert im Schnitt 30 Minuten.
Neu sind "offene" Tomografen (d. h. ohne Röhre). Sie sind besonders geeignet bei Kindern, die so weiterhin Blickkontakt mit den Eltern halten können, und für Menschen mit Platzangst. Von diesen röhrenlosen Tomographen gibt es in Deutschland bisher allerdings nur sehr wenige.
Vorteile der Magnetresonanztomographie
Es entstehen keine belastenden Strahlen; Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die plastischen, mehrschichtigen Bilder, die entstehen, sind aufschlussreicher als die anderer Diagnosemethoden. Besonders bei der Darstellung von Weichteilgewebe eignet sich die MRT wegen ihrer hohen Auflösung. Bei festem Gewebe ist eine Diagnosemethode, die mit Röntgenstrahlen arbeitet, geeigneter.
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 30. März 2009