Röntgen ist das Durchstrahlen eines Körpers mit Röntgenstrahlen und die Aufzeichnung der entstandenen bildlichen Darstellung auf einem Bildschirm oder geeignetem Filmmaterial. Hauptsächlich werden hierbei Knochen durchleuchtet, mit neuen Geräten auch Organe. Das zu röntgende Gewebe wird zwischen Röntgenröhre und Röntgenfilm platziert, wobei die Strahlen, die von der Röhre ausgesendet werden, den Film - je nach Dichte des durchstrahlten Gewebes - unterschiedlich stark schwärzen. Daraus ergibt sich ein Röntgenbild, das auch auf einem Fernsehmonitor dargestellt werden kann. Die Einheit für Röntgendosis heißt 'Gray'.
Anwendung findet das Röntgen beispielsweise bei der Thoraxuntersuchung, in der der Brustkorb dargestellt wird, um z. B. gebrochene Rippen, Lungenerkrankungen oder Herzvergrößerungen zu untersuchen.
Bei der Abdomenuntersuchung wird der Bauchraum dargestellt. Dort untersucht man häufig Tumore, Zysten oder Lufteinschlüsse.
Die Skelettuntersuchung bezieht sich auf Brüche, Gelenkveränderungen, Tumore oder Osteoporose.
Vor anstehenden Operationen hilft ein Röntgenbild dabei, die richtige Platzierung einer Schraube oder eines Schrittmachers zu ermitteln.
Auch die Mammografie, die bei Frauen das erste Mal zwischen 30 und 35 Jahren als Basisuntersuchung, und im Alter von 50 bis 70 alle zwei Jahre als Früherkennungsuntersuchung durchgeführt wird, zählt zu den Röntgenuntersuchungen. Schwangere Frauen dürfen wegen der Strahlenbelastung nicht geröntgt werden.
Als Entdecker der X-Strahlen am 8.11.1885 gilt Wilhelm Conrad Röntgen. Allerdings haben bereits Andere vor ihm diese Strahlen erzeugt, waren sich aber wohl der Bedeutung dieser Entdeckung nicht bewusst und gaben sie somit auch nicht bekannt. Den Namen 'Röntgenstrahlen' gibt es seit 1896, in den meisten Sprachräumen ist jedoch der alte Name geblieben (z. B. im Englischen: 'x-ray').
Digitales Röntgen
Eine Neuentwicklung ist das digitale Röntgen, welches die Strahlenbelastung sehr gering hält und eine hohe Bildqualität liefert. Belichtungsfehler sind so gut wie ausgeschlossen. Der Aufbau des Gerätes ist der gleiche, nur werden beim digitalen Röntgen die Strahlen nicht auf einem Röntgenfilm aufgefangen, sondern per Lesegerät erfasst und im Computer gespeichert. Diese Methode macht eine Bildbearbeitung möglich, wie z. B. das Vergrößern einzelner Bereiche, die Erhöhung des Helligkeitskontrastes und vieles mehr. Außerdem können die Bilder besser archiviert und bei Bedarf auch schneller verschickt werden.
Das Kontrastmittel
Zur besseren Abgrenzung der Organe wird häufig ein Kontrastmittel verabreicht. In der Magen- und Darmgegend wird es oral bzw. rektal angewendet, wobei eine Wartezeit eingehalten werden muss, damit sich das Mittel verteilen kann. Gelenke werden punktiert und andere innere Organe werden intravenös über den Blutkreislauf 'eingefärbt'.
Positive und negative Kontrastmittel
Es wird zwischen positiven und negativen Kontrastmitteln unterschieden. Die positiven sind weniger strahlendurchlässig und lassen das Gewebe weiß erscheinen, wohingegen die negativen stark durchlässig sind und das Gewebe auf dem Bild schwarz erscheinen lassen.
Kontrastmittel(un)verträglichkeit
Allergien auf das Kontrastmittel treten nur sehr selten auf; ausgeschieden wird es über Nieren oder Darm. Es darf nicht verabreicht werden bei Schilddrüsenüberfunktion, Nierenfunktionsstörungen, früher aufgetretener Kontrastmittelunverträglichkeit, bestimmten Knochenmarkserkrankungen und bei Einnahme bestimmter Medikamente bei Zuckerkrankheit.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Der Patient muss Kleidung und sämtlichen Schmuck ablegen. Dann wird er ganz, oder nur mit dem betroffenen Körperteil, zwischen Röntgenröhre und -film positioniert. Ist nur ein bestimmter Körperteil betroffen, wird der angrenzende Bereich des Körpers mit einer Bleischürze abgeschirmt. Während der Aufnahme, die nur wenige Sekunden dauert, darf der Patient sich nicht bewegen und sollte für kurze Zeit die Luft anhalten. Meist gibt ein Röntgenassistent Atembefehle. Müssen Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln gemacht werden, lagert der Assistent den Patienten oder dessen Körperteil nach den Anweisungen des Röntgenarztes um.
Vor- und Nachteile des Röntgens
Beim einfachen Röntgen (z. B. bei einem Beinbruch) ist die Strahlenbelastung relativ gering. Zudem werden die Geräte weiterentwickelt und die Strahlungsintensität immer weiter minimiert. Festes Gewebe (Knochen) ist beim Röntgen besser sichtbar als bei anderen Methoden. Nicht abzustreiten ist jedoch eine gewisse Schädigung der Zellen bei jeder röntgenologischen Untersuchung. Im schlimmsten Fall kann die Strahlung sogar noch nach Jahren Tumore entstehen lassen. Ebenso kann es zu Hautproblemen und allergischen Reaktionen auf die Kontrastmittel kommen.
Der Nutzen einer Röntgenuntersuchung sollte immer gegenüber den Risiken abgewogen werden. Es sollte geklärt werden, ob eventuell auch ein anderes Verfahren mit nichtionisierenden Strahlen (Ultraschall oder MRT) in Frage kommt.
Jeder Patient kann sich auch einen Röntgenpass ausstellen lassen, in dem jede Untersuchung mit Datum und bestrahltem Körperteil vermerkt wird, um unnötiges Röntgen zu vermeiden und einen Überblick über die bisherige Strahlenbelastung zu gewährleisten.
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 30. März 2009