Der Ultraschall, auch Sonografie oder Echografie genannt, ist die am häufigsten genutzte bildliche Darstellung der inneren Organe und ist völlig strahlen- und nebenwirkungsfrei. Durch einen Schallkopf werden auf Druck elektrische Impulse in Schallwellen umgewandelt ("Piezo-elektrisch"). Diese werden im Inneren des Körpers, je nach Gewebedichte, unterschiedlich stark reflektiert, vom Schallkopf wieder aufgenommen, in elektrische Impulse zurückgewandelt und verstärkt, auf einem Bildschirm dargestellt und bei Bedarf ausgedruckt (Sonogramm). Die Frequenz der Schallwellen liegt oberhalb der menschlichen Hörgrenze, die sich bei etwa 20.000 Hz befindet.
Dieses Verfahren ist besonders für Weichteile und Gelenkhöhlen geeignet. Beim Abdomenultraschall wird der Bauchraum untersucht, um z. B. Steine, Zysten oder Vergrößerungen der Organe und krebsverdächtige Herde zu erkennen. Der Schilddrüsenultraschall ist besonders geeignet, um Zysten, Vergrößerungen oder Tumore sichtbar zu machen. Eine Gefäßuntersuchung wird bei Verdacht auf Gefäßverschluss oder -verengung, z. B. in den Beinen oder am Hals, durchgeführt. Ein großes Einsatzgebiet des Ultraschalls ist die Gynäkologie. Foto: pixelquelle.de Ein weiteres, großes Einsatzgebiet des Ultraschalls ist die Gynäkologie, hier werden Eierstöcke und Gebärmutter dargestellt und eine Schwangerschaft erkannt und überwacht. Da dieses Diagnoseverfahren strahlenfrei ist, ist es auch für Schwangere und deren Ungeborene völlig ungefährlich.
Für Lunge und Darm ist der Ultraschall weitestgehend ungeeignet, da diese mit Luft gefüllten Organe nicht gut erkannt werden können. Ebenso wenig geeignet sind Knochenstrukturen und das Gehirn, das auf Grund der Schädelknochen schlecht sichtbar ist. Hierfür eignen sich Computertomografie und Magnetresonanztomografie besser.
Eingesetzt wurde der Ultraschall erstmalig im 1. Weltkrieg von dem Franzosen Paul Langevin, der ihn zur Ortung von U-Booten einsetzte. Zwischen den Kriegen nutzten der Russe S. J. Sokoloff und der Amerikaner Floyd A. Firestone das Verfahren zur Erkennung von Materialfehlern. Die erste medizinische Anwendung wurde 1942 von Karl Dussik durchgeführt.
Neuerungen
Neuerungen sind beispielsweise die Doppler-Sonografie, bei der die Richtung, die Geschwindigkeit und Stärke des Blutflusses bestimmt werden können, oder der 3D-Ultraschall, der räumliche Darstellungen der Organe oder Ungeborener liefert. Mittlerweile sind Ultraschallgeräte auch transportabel, so dass sie auch zu Hausbesuchen mitgenommen werden können. Auch sind die Bilder, die geliefert werden, nicht mehr grob und schwarz-weiß, sondern wesentlich feiner und teilweise auch farbig. Auch der Einsatz von Kontrastmitteln aus winzigen Gas- oder Luftbläschen, der zur Unterscheidung gut- und bösartiger Tumore dient, ist relativ neu. Das Mittel ist im Allgemeinen gut verträglich und verursacht keine Allergien oder sonstige Nebenwirkungen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Der Patient legt sich auf eine Liege, oder wird, je nach zu untersuchender Region, entsprechend gelagert. Bei einer Untersuchung des Bauchraumes sollte er nüchtern (acht Stunden vorher weder etwas essen noch trinken) erscheinen, um Gasbildung in Magen und Darm zu vermeiden. Dann wird ein Gel auf den Schallkopf aufgetragen, welches dafür sorgt, dass keine Luft zwischen diesen und die Haut gelangt, was die Bildqualität beeinträchtigen würde. Durch Bewegung und Druck auf den Schallkopf können die Organe aus verschiedenen Richtungen begutachtet werden.
Bei genauerer Untersuchung der Eierstöcke und der Gebärmutter wird meist eine Sonde vaginal eingeführt. Bei einer Magenuntersuchung geschieht dies oral. So liegt weniger Gewebe zwischen dem Schallkopf und dem Organ, wodurch die Qualität des Bildes erhöht wird.
Vorteile des Ultraschalls
Ultraschall ist völlig strahlen- und risikofrei sowie schmerzlos. Da es auch transportable Geräte gibt, ist die Belastung bettlägeriger Patienten auf ein Minimum reduziert. Allerdings ist die Auflösung weiterhin geringer als bei der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT). Gerade bei der MRT ist die Weichteilauflösung wesentlich höher. Als erste Diagnosemethode ist der Ultraschall dennoch hervorragend geeignet, da Vermutungen des Arztes bereits bestätigt oder abgetan werden können, ohne den Patienten direkt einer strahlenbelastenden Röntgenuntersuchung zu unterziehen.
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 30. März 2009