Fachrichtung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Der Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde befasst sich mit Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Ohren, der oberen und unteren Atemwege, des Mund- und Rachenbereichs, kurz gesagt: Aller Weichteile in Hals- und Gesichtsbereich. Auch Krebs im Mund- und Rachenraum fällt in sein Gebiet. Gerade im Kindesalter ist es wichtig, Störungen von Spracherwerb und Hörvermögen frühzeitig zu erkennen und eventuell Hörgeräte zu verordnen. Auch ist es der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der beispielsweise verschluckte Gegenstände wieder entfernt.
Auch im HNO-Bereich wird konservativ und operativ gearbeitet. Die Operationen werden meist minimalinvasiv (d. h. per Endoskop durch einen kleinen Einschnitt im Gewebe) durchgeführt, teilweise wird auch ein Laser eingesetzt, der sehr präzises Arbeiten erlaubt.
Überschneidungen ergeben sich mit den Bereichen Augenheilkunde, Neurochirurgie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Ein Viertel der Diagnosen wird bereits vom Allgemeinmediziner gestellt, welcher dann an den Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde verweist.
Therapie- und Diagnosemethoden
An erster Stelle steht das Gespräch mit dem Patienten.
Je nach Beschwerden nimmt der HNO-Arzt verschiedene Funktionstests vor (hören, riechen, schmecken), untersucht das Trommelfell auf Löcher oder Risse oder lässt Röntgenuntersuchungen, Computer- oder Magnetresonanztomografien (siehe auch Menüpunkt "Bildgebende Diagnosemethoden") durchführen, um Tumore oder Entzündungen zu erkennen und auszuschließen, dass diese andere Organe oder Knochen in Mitleidenschaft gezogen haben. Therapien gegen Schnarchen, Stottern (Behandlung z. B. durch Logopäden), Ohrgeräusche und viele andere Beschwerden können angeordnet werden.
Aus- und Weiterbildung zum Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Nach dem Medizinstudium muss eine fünfjährige Regelweiterbildungszeit absolviert werden. Hierbei muss eine Mindestzahl an durchgeführten Operationen nachgewiesen werden. Dazu gehören verschiedene, plastische OPs bei Fehlbildungen oder nach Tumorentfernungen und das Versorgen von Verletzungen und deren Folgen.
Fachrichtung Phoniatrie und Pädaudiologie
Der Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie (Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen) befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen und (Entwicklungs-) Störungen der Stimme, der Sprache, des Sprechens und des Schluckens (Phoniatrie), sowie mit Hörstörungen bei Kindern (Pädaudiologie) und den daraus eventuell resultierenden Aufmerksamkeitsstörungen.
In diesem Bereich gibt es auch Verbindungen zu anderen medizinischen (z. B. Kinder- und Jugendmedizin oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) und nichtmedizinischen (z. B. Hörgeräteakustik) Gebieten.
Aus- und Weiterbildung zum Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie
Auf das Medizinstudium folgt eine fünfjährige Weiterbildung an einer Weiterbildungsstätte. Hiervon sind zwei Jahre Basisweiterbildung in Hals-,Nasen- und Ohrenheilkunde und drei Jahre spezifische Weiterbildung in Phoniatrie und Pädaudiologie an einer Weiterbildungsstätte.
Schwerpunktbezeichnungen "Audiologie", "Phoniatrie" und "Pädaudiologie"
Folgende Schwerpunktbezeichnungen werden in einigen Bundesländern nach neuer Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer innerhalb des Fachgebietes Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde nicht mehr vergeben:
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 30. März 2009