Fachrichtung Innere Medizin und Allgemeinmedizin
Bereich Allgemeinmedizin
Der Allgemeinmediziner ist der erste Ansprechpartner bei allen Gesundheitsproblemen. Oft ist er auch Hausarzt. Sein Bereich ist die Grundversorgung aller körperlichen und seelischen Gesundheitsprobleme seiner Patienten jeglicher Altersklasse. Er baut ein Vertrauensverhältnis zu seinen Patienten auf und bezieht bei seiner Diagnosestellung und Symptominterpretation deren Vorgeschichte, Umfeld, persönliche Situation und eigene Krankheitsvorstellung mit ein.
Zu seinem Gebiet gehören ebenso Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen, Gesundheitsförderung und -erhaltung, Langzeitversorgung und Notfallbehandlung. Er muss sozusagen den Überblick über die gesamte Medizin behalten und regelmäßig Fortbildungen besuchen, damit sein Wissen nicht veraltet. Ist eine spezielle Behandlung erforderlich, überweist er an einen Spezialisten, verfolgt aber weiterhin die dortige Behandlung und den Krankheitsverlauf. Er bewertet und dokumentiert die Ergebnisse in der Akte des Patienten, um auf dem Laufenden zu bleiben und bei weiteren Erkrankungen auf die Vorgeschichte zurückgreifen zu können.
Bei schwerer Krankheit oder Fieber macht der Allgemeinmediziner auch Hausbesuche (daher der Name Hausarzt). Hausärzte können sein:
Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 59.000 Hausärzte.
Therapie- und Diagnosemethoden
Beispielsweise per Stethoskop, EKG (Elektrokardiogramm) oder Blutabnahme werden erste Diagnosen gestellt. Des Weiteren folgen therapeutische Gespräche, notwendige Impfungen, Wundbehandlungen, und anderes. Wenn notwendig, werden auch Medikamente verschrieben.
Bereich Innere Medizin
Die Innere Medizin behandelt das gesamte Wissensgebiet der unten als Schwerpunkte aufgeführten Bereiche. Aufgrund der immer umfassenderen Erkenntnisse und Informationen der letzten Jahre wurde und wird in immer mehr (organbezogene) Bereiche unterteilt.
Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin
Die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin beträgt seit dem 1.1.2006 mindestens fünf Jahre (vorher drei Jahre). Drei Jahre beinhalten das Thema stationäre, internistische Patientenversorgung, zwei Jahre ambulante, hausärztliche Versorgung. Weiterhin müssen 80 Stunden Weiterbildung im Bereich psychosomatische Grundversorgung absolviert werden.
Schwerpunkte im Bereich Innere Medizin
Fachrichtungsbezeichnungen „Innere Medizin“, „Allgemeinmedizin“, „Praktischer Arzt“ und „Lungen- und Bronchialheilkunde“
Die bisherigen (voneinander getrennten) Fachrichtungsbezeichnungen „Innere Medizin“ und „Allgemeinmedizin“ werden in einigen Bundesländern nach neuer Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer nicht mehr vergeben, sie wurden durch die (gemeinsame) Fachrichtungsbezeichnung „Innere Medizin und Allgemeinmedizin“ ersetzt.
Die Bezeichnung „Praktischer Arzt“ wird ebenfalls nicht mehr vergeben, da das Ausüben keine Facharztausbildung voraussetzt. Auch die Fachrichtungsbezeichnung „Lungen- und Bronchialheilkunde“ wird in einigen Bundesländern nach neuer WBO nicht mehr vergeben.
Redaktion Deutsche Medizinerauskunft, Datum der letzten Änderung: 2. April 2009